Ein Freilichtmuseum in einem Walliser Bergdorf

Museum Urchigs Terbil

Ein Freilichtmuseum in einem Walliser Bergdorf

Das Museum Urchigs Terbil besteht aus acht Gebäuden, welche die verschiedensten Bereiche des einstigen Lebensalltags in einem Walliser Bergdorf wiederspiegeln.

  • Driel: eine gemeinschaftlich erbaute und genutzte Weinpresse

  • Polykarp-Hüs: die Wohnung des letzten Walkers mit der Einrichtung aus den 1960er Jahren

  • Bachhischi: das Gemeindebackhaus zur Versorgung der Bevölkerung

  • Ignatius-Kapälla: ein Symbol der Volksfrömmigkeit

  • Z’Chlei Stadelti: die Vorratskammer der Haushalte

  • Mihli: vom Korn zum Mehl durch Wasserkraft

  • Saga: vom Baumstamm zum Schnittholz durch Wasserkraft

  • Walchi: Verdichtung und Veredelung von Drilch durch Wasserkraft

Die Gebäude, die das Freilichtmuseum ausmachen, stehen teilweise im Dorf und teilweise am Törbelbach. Die Bedeutung der historisch wertvollen Bauten wird dadurch unterstrichen, dass sowohl die Mühle als auch die Walke als Objekte der Kategorie A in das Schweizerische Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgenommen sind. Des Weiteren befinden sich im Dorf integriert eine Weinpresse und das Polykarp-Haus. Am Rande des Dorfes stehen das Backhaus, die Ignatius-Kapelle und der Stadel. Neben der Mühle und der Walke liegt am tosenden Törbelbach, wo die Arbeit durch Kraft des Wassers erleichtert wurde, eine Gattersäge.

Die Gebäude decken mit ihren unterschiedlichen Funktionen viele Bereiche des einstigen Lebens in einem Walliser Bergdorf ab, welches sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Selbstversorgung und eine Bewirtschaftung von Gütern auf verschiedenen Höhenstufen vom Talgrund bis oberhalb der Waldgrenze auszeichnen. Die Bauten, die das Museum Urchigs Terbil bilden, sind in der traditionellen Bauweise errichtet: Ein Blockbau aus Lärchenholz mit Eckverkämmung (Walliserdeutsch: Gwätt) steht auf einem gemauerten Kellergeschoss. Der First ist auf die Sonnenseite und entsprechend der Hangneigung ausgerichtet.

Weinpresse

Vinifikation auf 1500 Metern über Meer
Eine gemeinschaftlich erbaute und genutzte Weinpresse Am Rande des Dorfteils Biel liegt die letzte von ursprünglich vier Weinpressen (Kelter, Walliserdeutsch: Driel) in Törbel…
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Polykarp-Haus

Nach getaner Arbeit...
Mitten im geschlossenen Dorfkern von Törbel liegt das 1676 erbaute Wohnhaus, das sogenannte Polykarp-Haus. Die Wohnung im obersten Stock wurde zuletzt von Polykarp Karlen bewohnt. Er war…
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Backhaus

Kein Brot ist hartes Brot
Am Dorfrand befindet sich das ehemalige Gemeindebackhaus von Törbel. Hier wurde vor der Eröffnung des Dorfladens das Brot für die Bevölkerung gebacken. Nebenberufliche Bäcker…
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Ignatius-Kapelle

Ein Symbol der Volksfrömmigkeit
Die Ignatius-Kapelle im Weiler Zenblatten wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Ignaz Seematter erbaut. Und da im Altaraufsatz der Heilige Ignatius von Loyola dargestellt ist, lässt sich…
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Stadel

Vor Mäusen geschützt
Z’Chlei Stadelti (Walliserdeutsch für „der kleine Stadel“) ist ein typischer Walliser Stadel. Er steht im Weiler Zenblatten, etwas abgelegen vom Dorf Törbel. Er wurde…
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Mühle

Die letzte von vielen
Die Mühle ist das unterste Gebäude am Törbelbach. Sie ist die letzte von einstmals fünf Mühlen, die alle auf privater Basis betrieben worden sind. Manchmal ist auch die…
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Gattersäge

Vom Baum zum Brett
Bis etwa 1930 wurde am Törbelbach eine Gattersäge auf privater Basis betrieben. Danach wurde sie aufgegeben und bald erinnerten nur noch ein rostiges Rad und die Grundmauern an die Sägerei…
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Walke

Veredelung von Drilch
Die Hammerwalke ist das oberste Wirtschaftsgebäude am Törbelbach. Die Walke diente dazu, Stoffrollen von Drilch (Walliserdeutsch für Landtuch) weiterzuverarbeiten. Ihr Betrieb…
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