Stadel in Törbel - Freilichtmuseum Urchigs Terbil
Stadel in Törbel - Freilichtmuseum Urchigs Terbil
Vor Mäusen geschützt

Stadel

Führung

Möchten Sie mehr über z'Chlei Stadelti erfahren? Erleben Sie den Stadel, die umliegenden Äcker und sieben weitere Gebäude des Rundangs Urchigs Terbil bei einer kundigen Führung.

Gerne nehmen wir Ihre Anmeldung unter der Telefonnummer +41 75 421 11 68 oder per Mail unter info@urchigs-terbil.ch entgegen.

Vor Mäusen geschützt

Z’Chlei Stadelti (Walliserdeutsch für „der kleine Stadel“) ist ein typischer Walliser Stadel. Er steht im Weiler Zenblatten, etwas abgelegen vom Dorf Törbel. Er wurde zum Dreschen und Lagern von Roggen, welcher auf den umliegenden Feldern angebaut worden ist, verwendet. An einem Stadel haben oft mehrere Eigentümer Anteil.

Der Stadel zeichnet sich durch seinen doppelstöckigen Holzunterbau mit neun Stelzen aus, welche auf einer Basis aus Trockensteinmauer stehen. Zwischen den Stelzten und dem eigentlichen Speicherbau sind grosse, runde Steinplatten eingefügt. Diese Mäuseplatten sollen die Nager davon abhalten, an die gelagerten Vorräte zu gelangen.

Ende der 1980er Jahre konnte der Stadel, welcher den Buchumschlag (Bild) des 1921 erschienen Werks „Die Vispertaler Sonnenberge“ des Ethnographen Friedrich-Gottlieb Stebler schmückt, durch den Verein Urchigs Terbil vom vollständigen Zerfall bewahrt werden.

Der Stadel als Getreidespeicher

Der Verein Urchigs Terbil bepflanzt in der Nähe des Stadels noch heute einen Acker. Der Winterroggen wird im Herbst angebaut und kann im darauffolgenden Jahr geerntet werden. Das abgeschnittene Getreide wird mit einigen Halmen in kleine Garben gebunden und diese, mit den Ähren hangaufwärts zum Trocknen übereinandergelegt.

Sind die Gofen (Walliserdeutsch für Garben) genügend trocken, so werden sie in Tüchern in die Stadel getragen, wo die Körner im Tenn durch Anschlagen an die Tennwand oberflächlich ausgeklopft werden. Danach kommen die Garben in die anliegenden Fächer. Später werden die in den Ähren verbliebenen Körner mit dem Flegel ausgedroschen. Schliesslich wird das Korn durch Wind oder einen künstlich erzeugten Luftzug von Verunreinigungen gesäubert, bevor es zur Mühle gebracht werden kann.